Dienstag, Tübingen. Lanz bebt nicht nur innerlich.
Wenn Sahra Wagenknecht vor ihm sitzt, verliert er komplett die Kontenance. Nach außen blafft und keift er wie’s Rumpelstilzchen. Würgt sie ab, lässt sie keinen Satz zuende sprechen und, ärgerlich wie zeitfressend, unterstellt ihr am laufenden Band Dinge, die sie weder gesagt noch gemeint hat.
Hört er nicht zu? Nein, er greift in die zweitunterste Schublade (die unterste wäre die sexistische Tour) und erlaubt sich Unfairness in Gestalt des gezielten Missverstehens. Ein taktisches Verwirr-Manöver mittels Killerphrasen, aber eben nur Phrasen, die Wagenknecht allzu gut von ihm kennen dürfte.
Er ist der Mann mit Mann im Ohr, wie jede(r) weiß. Sie in doppelter Hinsicht auf sich gestellt, findet sich, auch das wie üblich, in einer Konstellation wieder, in der sie im Gegensatz zu allen anderen keine(n) Verbündeten hat. Und trotzdem: Wagenknechts intellektuelle und rhetorische Überlegenheit bleibt ungebrochen. Lanz und seine geladenen DuzfreundInnen beißen sich an ihr die Zähne aus.
Meine Steilthese: MK ist in SW verliebt. Vielleicht weiß er es selbst nicht. Das soll es geben. Wie lässt sich der Aufruhr, in den sie ihn jedesmal versetzt, sonst erklären?