Gut, besser, die Besten

Mittwoch. Wie auch die Jahre zuvor ein voller Erfolg! – Lesung in der Stuttgarter Stadtbibliothek mit meiner Schreibwerkstatt. Wir sind immer die Besten gewesen, hatten immer die interessantesten, vielseitigsten, auch literarischsten Texte. Diesmal aber droht ernsthafte Konkurrenz: von einer wirklich großartigen Gruppe aus Feuerbach. Anstatt verunsichert das Genick einzuziehen, nehmen meine Jungautor*innen in der Pause Kontakt mit den anderen auf, tauschen Daten aus, vereinbaren ein Treffen zwecks gegenseitigem In- und Output. Anerkennung und Interesse statt Missgunst – auf beiden Seiten.

Auf der Rückfahrt wird weitergesponnen: Ein eigenes Buch, eine Hör-CD, eine eigene Website sollen aus der Veranstaltung hervorgehen. Den absoluten Medienchecker haben wir in unserer Gruppe, der würde am liebsten gleich loslegen. Ein Cover hat er auf die Schnelle schon designed, jetzt probiert er auf dem Handy verschiedene Schriftarten durch.

Vor der Lesung sind wir, auch das wie immer, durch die Stuttgarter Markthalle gestromert: zum Staunen, Essen und Schreiben. Die labyrinthischen Gänge inspirieren die sechs Mädels und einen Jungen zu Abgründigem, auch Gruseligem. Im Zug lesen sie sich jetzt gegenseitig ihre Texte vor, lachen sich schlapp über ihre blutigen, todtraurigen Sätze, in denen sich Depression und Selbstmord an Küsse und kitschige Sonnenuntergänge reihen.

Im Wort ist alles möglich.