Mittwoch. Mit 91 Jahren ist Michail Gorbatschow gestern gestorben. Machen wirs kurz: Ohne ihn hätte ich PM nicht kennengelernt. Mit Glasnost und Perestroika, Begriffe, die damals direkt vom russischen in den deutschen Spachgebrauch eingingen, setzte er nicht nur den Demokratisierungsprozess in der SU in Gang, sondern auch die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Wir mochten ihn alle, und alle liebten wir die schöne Raissa und überhaupt die beiden zusammen als Couple in love.
1990 bekam Gorbatschow für seine Leistungen den Friedensnobelpreis. Den das Komitee damit begründete, dass „die Konfrontation der Blöcke durch Verhandlungen ersetzt“ wurde, dass „alte europäische Nationalstaaten ihre Freiheit wiedergewonnen“ hätten und „mehrere regionale Konflikte gelöst wurden oder einer Lösung nähergekommen“ seien*.
Gorbatschow war Russe und Europäer. Andere Weltherrscher aus Ost und West sahen und sehen in der Einigung von Russland und Europa nicht eine Chance, sondern eine Bedrohung bzw. eine verspielte Chance. Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind die Würfel gefallen. Der lachende Dritte sind die USA.
Quelle: The Pioneer Briefing 31.08.22