Leipzig – Arbeit und Impression

Dienstag, Eisenach. Was ist Leipzig für eine coole Stadt! Holy shit, solche Städte machen Hoffnung. Voller Kultur, voller Musik.  Klarinette und Blues vom Feinsten als Straßenmusik! An jeder Ecke bunte, alternative Läden, Büchergeschäfte, Galerien, die Stimmung ist relaxed und unaggressiv. Viele junge Leute, die entspannt durch die – meist radweglosen – Straßen und Parks radeln auf dem Weg zur Uni oder zum Job oder zum Kindergarten. Lastenräder mit Kindern und Kisten und manchmal sogar Instrumenten im Gepäck. Und überall swingt und jazzt es. Die Hochschule für Musik und Theater ein gewaltiges, altehrwürdiges Gebäude aus riesigen Steinquadern mit riesig hohen Fenstern und riesigen Kristallleuchtern dahinter. Musik als Transformator für die good Vibrations einer ganzen Stadt.

Wie die Stadt ist auch mein Interviewpartner – unglaublich entspannt und gleichzeitig hochkonzentriert bei der Sache. Witzig, aber präzise. Das muss man können. Am Spätnachmittag lege ich die sechs Kilometer zum Bahnhof zu Fuß zurück, mit Umwegen ins Nikolaiviertel, zur Thomaskirche, zum Marktplatz. Eine Stadt muss man sich erlaufen, besonders, wenn man nur einen Tag dafür hat. Müde und hochzufrieden  mit einem guten Gespräch im Gepäck kehre ich in der Dunkelheit zum  Hauptbahnhof zurück – groß, effektiv, architektonisch wunderschön – und springe direkt in den superpünktlichen Zug. Vielleicht lässt sich am Bahnhof der Zustand einer Stadt erkennen. Stelle fest, dass mein verloren gegangener Glaube an die Bahn als Möglichkeit am Horizont des Denkbaren wiederaufersteht – ihrer Zeit voraus und visionär.
Leipzig eben.