Donnerstag, Eisenach. Die Korrektur am Romanmanuskript kommt langsam voran. Viele angenehme Unterbrechungen: Wanderungen, Spaziergänge, Treffen mit Freunden. Die direkte Nachbarschaft zum Wald ist sehr inspirierend. Die Luft riecht nach Erde und Bäumen, man macht die Tür auf und atmet sich frei. In der Dachwohnung haben sich vergangene Nacht zehn Fledermäuse einquartiert. Wir sollen die Fenster nachts ja gekippt halten, warnt uns der Eigentümer des Hauses, der auch gerade hier ist, sonst aber in Leipzig lebt. Abends Treffen im Kartoffelhaus mit Tov und Museum, der in Wahrheit Jochen heißt, oder bei uns auf dem Balkon. Weil noch ein paar andere Leute von der Montagsbier-Runde dazugekommen sind, geht es laut her, und wir machen uns bei den übrigen Feriengästen so richtig beliebt. Egal – es gibt Rostbratwürste, PMs berühmte Frikadellen und Kartoffelsalat, und Tov hat das Bier schon am Mittag hergebracht, um es kühl zu lagern. Wo, das verrät er nicht. Ab und zu verschwindet er und bringt neues. Er kennt sich in dem Garten, der eher einem Park gleicht, bestens aus. Früher hat in dem Haus eine Freundin von ihm gewohnt …