Donnerstag. Das hat der Landesvorstand der Grünen ja toll hingekriegt: Das Parteiausschlussverfahren gegen Palmer so lange rausgezögert, bis es nun nicht mehr rechtzeitig vor der Bürgermeisterwahl im Sommer beendet werden kann.
Als OB-Kandidat einer Partei könne er jedoch nicht beides sein: nominiert und ausgeschlossen, so Palmer. Und zieht die Konsequenzen.
Unterstützung hatte er durch einen Aufruf von Initiatoren aus dem Tübinger Kreisverband erhalten: 500 Parteimitgliedern vor allem aus dem Südwesten hatten sich darin hinter Palmer gestellt. Unglaublich, aber von Palmer bestätigt: Der Landesvorstand hat auf die Aktion nicht einmal reagiert.
Tübingen in Zukunft ohne Palmer? Danke Grüne! Danke für nichts!
Das Pikante an der Sache: Zeitgleich ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den kompletten Grünen-Bundesvorstand: Der nämlich hatte sich selbst und allen Mitarbeiter*innen der Bundesgeschäftsstelle im Winter 2020 eine satte Coranazulage als Entschädigung für Homeoffice (wer hatte den nicht?) genehmigt. Die 1500 Euro – inzwischen haben die Begünstigten das Geld wieder zurückgezahlt – sollten die Belastungen ausgleichen, die durch die Arbeit im Homeoffice und den Umbau des Gebäudes entstanden sind.
Man kann gegen Palmer sagen was man will – ein solches Verhalten wäre ihm niemals untergekommen.