WE im Fluss

Sonntag. Da erzähle ich meinem Nachbarn von den beiden leerstehenden Zimmern, die vor der Pandemie immer an Student*innen vermietet waren, dass ich überlege, sie ukrainischen Geflüchteten zur Verfügung zu stellen. Und er sagt, da sei ich bei ihm goldrichtig. Er sei es nämlich, der für die Verteilung von Geflüchteten auf den freien Wohnraum zuständig ist (was ich nicht wusste). Allerdings seien im Kreis Tübingen bisher noch nicht so viele angekommen, wie vermutet. Er wird Ausschau halten …

Schon am nächsten Tag hat sich die Lage geändert. Mein lieber T. ist für ein paar Tage eingezogen. Er befürchtet, sich bei einem Kumpel mit Corona infiziert zu haben, und E. darf sich nicht anstecken. Bisher ist er negativ und ich ziehe ihn ein bisschen auf, ich denke, dass er sich zu viele Sorgen macht. Und finde es super, dass er da ist.

Am Abend sind PM und ich im Kino, seit wieviel Monaten das erste Mal wieder? Eingeschlossene Gesellschaft von Sönke Wortmann mit tollen Darsteller*innen – ein tragikomisches Kammerspiel, wobei die Kammer ein Lehrerzimmer ist, und die Spieler sind eine Handvoll Pädagogen plus einem verzweifelten Vater. Lustig, unkorrekt, sehenswert bis zur letzten Sekunde.

Es geht um Noten. Ich bin mit meinen 71 Korrekturen fast durch.