Samstag, Eisenach. Die verschneiten Häuserdächer von Eisenach, der urgemütliche, kitsch- und krawallfreie Weihnachtsmarkt mit dem weißen Riesenrad auf dem Marktplatz und den duftenden Buden versöhnen mich so ganz allmählich mit der zweiten, mit der neuen Heimat. In unserem bis auf den alten Bücherschrank unmöblierten Wohnzimmer bullert der Kamin, PM sitzt auf einem Klappstuhl davor und schält Rosenkohl, während ich an einem etwas schwierigen Interviewtext feile.
PMs Arbeitszimmer ist fertig, die Küche und Bäder auch. Für das untere Bad haben wir heute einen lustigen, mintgrünen Spindschrank aus Metall ausgesucht. Wir nehmen uns viel Zeit. Nichts drängt uns in unser neues Leben. Vor dem Haus wurde die Terrasse neu belegt und der Schotter von den Rändern beseitigt; ein großer Schritt nach vorne. Ich habe eine neue Frisur, damit fängts ja immer an. Auf unsicheren Füßen starte ich in den nächsten Lebensabschnitt. Bei Schwager – für Eisenach das, was für Tübingen Zinser ist – eine pinke Bluse erstanden und im Städtchen ein Paar Stiefeletten mit High Heels … toktoktok, die Verbindung von innen und außen – für mich wichtig.
Morgen früh gehe ich mit Tini zum Wartburg-Weihnachtsmarkt. Ich freue mich auf den Weg da rauf durch den Schnee.