BeleidigteLeberwurstDemokratie

Es gibt wohl niemanden, der Putins Angriff auf die Ukraine rechtfertigt, niemanden, der nicht mit Bangen und Solidarität bei den Ukrainer*innen ist. Das ist so selbstverständlich, dass ich es nicht jedes Mal hören bzw. lesen muss.
Es geht um die Art der Berichterstattung. Es geht, wie so oft bei wertebasierten Einschätzungen, um die Auswirkungen einer BeleidigteLeberwurstDemokratie als journalistische Grundhaltung: Wer falsch denkt, wird weggeschnitten.
Russland, Aufrüstung … (um nur die aktuellsten Themen zu nennen) – Differenzierung unerwünscht, es existiert genau eine Meinung bei Tausenden von Journalist*innen. Augen zu, Finger in die Ohren – sie alle wissen, was sie zu sagen haben. Ein Chefdirigent aus München hat dazu keine Lust und wird hastig entsorgt, ein Altkanzler macht sich seine eigenen Gedanken und hat plötzlich keine Büromitarbeiter mehr, der Chef der deutschen Marine äußert seine Sichtweise und muss den Hut nehmen. (Warum bittet man den Altkanzler eigentlich nicht um Vermittlung?)
Sag Kooperation statt Konfrontation, und du bist schon raus. Bomben angesagter als Dialog. Dank an die grüne Ex-Friedenspartei!
„Ich trau mich und ich bin frei“, sagt Gabriele Krone-Schmalz und definiert das Wörtchen verstehen – nicht Verständnis für etwas, sondern um Durchblick bemüht.
Ein herzliches, unironisches Dankeschön dafür!