Bitte gendern

Übrigens gab es sehr genaue Frühwarnungen von mehreren Wetterdiensten. Diese Frühwarnungen wurden aber nicht ernstgenommen, auch von Umweltministerin Spiegel nicht. Am Nachmittag des 14. Juli 2021, vier Stunden vor der Flutkatastrophe, gab sie eine Pressemitteilung zur Veröffentlichung frei: Das Hochwasser werde nicht so dramatisch ausfallen, es sei „kein Extremhochwasser“ zu erwarten.
Spiegel hat die Mitteilung selbst korrigiert und auf einer Textänderung bestanden: „Bitte noch gendern: Campingplatzbetreiber:innen. Ansonsten Freigabe.“ (Die Mitteilung enthielt Ratschläge für Betreiber von Campingplätzen u.a. ufernahe Betriebe.)
Kurz darauf wurde Staatssekretär Dr. Erwin Manz vom Umweltamt informiert, dass diese Mitteilung eine eklatante Fehleinschätzung weitergegeben habe. Es drohe eben doch eine Rekordflut. Manz entschied sich, eine Richtigstellung auf den nächsten Tag zu verschieben, auch weil Spiegel nicht mehr erreichbar war. 134 Menschen starben allein in Rheinland-Pfalz während der Flut in ihren Häusern oder in reißenden Wassermassen. Darunter die Bewohner eines Behindertenheimes, die aufgrund der Falscheinschätzung nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten.