Fehler

Montag. … noch dieses eine Dokument hochladen, den Haken setzen, das richtige Datum für die Fälligkeit … Jeden Tag die Angst im Nacken, irgendwas zu verwechseln, zu vergessen, nicht zu checken. Morgens schlage ich die Augen auf und habe direkt eine der Optionen auf dem Schirm. Das ist Stress pur, Überforderungsstress, der Stress nicht zu genügen. Ich hasse das System, die Algorithmen, die Pandemie, die mich zu derart sklaventreiberischer Tätigkeit degradiert. Alles, wozu ich in meinem Beruf fähig und willens bin, ist obsolet.

Heute, beim Zuteilen der virtuellen Räume, unterläuft mir ein FEHLER. Klick – die Sitzung ist plötzlich beendet, bevor sie richtig angefangen hat, doch ich muss weg, ins „Amt“ – einige Lerngruppen werden seit letzter Woche nicht mehr online, sondern in Präsenz unterrichtet. Also den Fehler Fehler sein lassen und ihn nicht beheben (wie denn?) und Laptop zu und aufstehen und gehen. Ich kichere unmotiviert vor mich hin (so ein Kichern, das schnell mal umschlägt). Eine ganz neue Lektion: Dem Chaos den Rücken zukehren. Nichts für Perfektionisten, aber von Perfektion bin ich seit Corona so oder so ziemlich weit entfernt.