Hurra, wir haben ein Feindbild

Dienstag. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat gesprochen:
„Was wir brauchen – das mag martialisch klingen – Sie brauchen, um aus Sicht der Bundeswehr zu agieren, ein Feindbild“, verkündete die FDP-Politikerin heute dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Die auf Verhandlung ausgerichtete Ostpolitik der letzten Jahre münzt sie mal eben in „Appeasement-Politik“ um, weshalb Russland nicht mehr als Feind empfunden worden sei (so wie in guten alten Zeiten).
Es mag martialisch klingen? In was für einer beschissenen Zeit leben wir gerade? Und was für beschissene Leute haben gerade das Sagen? Die Tabus fallen im Stundenrhythmus, rasant erhebt sich mit der faktischen auch die verbale Aufrüstung.
Und was macht die Presse – Spiegel / Zeit / Welt / Stern / Rhein-Zeitung …? Flächendeckend gibt sie das kriegsgeile Wort zum Dienstag weiter – kommentarlos!
Selber denken ist nicht mehr, abnicken dagegen sehr.
Es ist wie ein Albtraum, aus dem ich gerne erwachen würde. Nicht nur, dass mir der Kurs unserer Regierung (und unserer Medien) Angst macht, er deprimiert mich zutiefst. Ich finde mich darin überhaupt nicht mehr wieder.