Dienstag. So eine abgefahrene Textsammlung könne man nur einer so abgefahrenen Gruppe wie der Lernstub zumuten, sagt Pfarrer H.W.
Wir haben uns heute die jüdische Auslegung der alttestamentlichen Klagelieder vorgenommen. Anschließend gehe ich mit ihm noch auf ein Bier ins Loretto. Wir sind beide nicht richtig fit, erschöpft, aber voller Ideen. Er sagt, er zähle schon die Tage: In einem halben Jahr hört er auf. Wieder ein Abschied, ein Ende – davor habe ich Angst. H.W. verschafft mir das Gefühl von Dazugehören. Das habe ich nicht so oft. Sein exegetischer Ansatz ist eine Mischung aus Intellektualität, politischer Analyse und warmherziger Frömmigkeit, alles zu gleichen Teilen. Darauf muss man erstmal kommen. Wir haben zusammen studiert. Ich kann mir die Eberhardskirche nicht ohne ihn vorstellen.