Menschengemacht

Samstag früh, Eisenach. Wenn Verschwörungstheorien im Nachhinein Recht gegeben werden muss, ist das nicht nur peinlich, sondern eine eklatante politische und mediale Niederlage und dem Vertrauen nicht gerade zuträglich.
Nach meinem Dafürhalten ist es ein Unterschied, ob das Corona-Virus menschen- oder naturgemacht ist. Ein Unterschied, ob Sars-CoV-2 aus dem Labor entwichen oder durch den Verzehr von Fledermäusen bzw. durch Brückenüberträger unter die Menschen gekommen ist. Woher rührt die Vehemenz, mit der die Labor-These von Anfang an von Seiten der Politik und der öffentlich-rechtlichen Medien bestritten wurde?

Nie ein Geheimnis war die Tatsache, dass die Leiterin des Wuhan-Labors, Shi Zhengli, bereits 2015 an einer internationalen Studie beteiligt war, die ein neues Hybrid-Virus kreieren sollte:
„Ein Virus kombiniert aus einer Variante des bereits existierenden SARS-1 und einem Spike-Protein, gefunden bei Fledermäusen. Das daraus resultierende Misch-Virus hatte schließlich die Fähigkeit, an menschliche Zellen anzudocken.
Im Jahr 2018 war dann der nächste Schritt geplant: Ein Ende September 2021 geleaktes Dokument zeigt, dass es Pläne gab, erneut Coronaviren genetisch zu verändern. Diesmal sollte am Spike-Protein eine sogenannte Furin-Spaltstelle eingebaut werden, damit das Virus menschliche Zellen noch effektiver befallen könnte. Dieselbe Furin-Spaltstelle besitzt SARS-CoV-2 und macht es mitunter so gefährlich. Das Forschungsprojekt, eingereicht von einem Forschungszweig des US-Verteidigungsministeriums sowie erneut mit Beteiligung von Shi Zhengli, wurde jedoch nie genehmigt. Dass solche Pläne existierten, heizt die Labor-Theorie allerdings weiter an.“

Soweit der Bayerische Rundfunk (und FAZ und Zeit und Spiegel u.v.m.), die sich bisher nicht gerade als Sympathisanten des veschwörungstheoretischen Lagers verdächtig gemacht haben.

Menschliche Zellen noch effektiver befallen könnte??? US-Verteidigungsministerium???

Dass Wuhan-Labor-Leiterin Shi Zhengli alle Spekulationen um die Labor-Hypothese als substanzlos abgetan hat, wundert unter diesen Umständen nicht. Chinas Geheimhaltungspolitik macht ihre Unschuldsbeteuerungen jedoch schwer überprüfbar.
Was inzwischen ans Licht gekommen ist: Offenbar machen (machten?) sich auch westliche Auftraggeber die lockeren Bestimmungen des Wuhan-Instituts für Virologie zunutze und geben Gentechnik-Experimente mit Coronaviren in Auftrag, für die sie im eigenen Land keine Genehmigung oder wenn ja, dann nur unter höheren / teureren Sicherheitsauflagen bekämen.
Bewiesen ist damit nicht, dass Sars-CoV-2-Viren in dem Labor erzeugt und durch einen Unfall freigesetzt worden sind. Dennoch schürt die Informationslage Misstrauen – und hinterlässt Fragen:
Wozu und wem dienen die Experimente? Haben sie friedliche / therapeutische Zwecke oder ist das Ziel ein biologischer Kampfstoff? Wenn ja, gegen wen? Wie ist die chinesisch-amerikanische Kooperation zu deuten? Und welches Interesse sollten US-Geheimdienste an einer Aufklärung haben?