Wenn Zuckerberg demnächst Facebook gegen Metaverse auswechselt, ist er seinem Ziel wieder einen Schritt näher: Dem Austausch der realen gegen die virtuelle Welt.
Wie jetzt alle auf ihre Handys starren, werden dann alle mit Projektorbrillen durch die Gegend rennen (oder in ihren Buden hocken, analoges Rennen ist in der virtuellen Welt ja überflüssig), um sich auszuklinken aus der Echtwelt. Und um einzutauchen in eine von unzähligen fiktiven Welten, die sog. VR (virtual Reality), weil sie da besser zurechtkommen, weil sie sich da alles kaufen können, woran es ihnen im echten Leben mangelt: Intuition, Empathie, Kreativität.
All diese komplexen neuronalen Vorgänge, mit denen wir Menschen Lösungen finden, mit denen wir den Maschinengehirnen (noch) überlegen sind, verkümmern aber leider bei Nichtnutzung, bei Ausweichen in ein computergestütztes Leben.
Vorausschauend kaufte der Facebook-Konzern bereits 2014 die Firma Oculus, den Pionier bei Brillen zur Darstellung virtueller Realität. Die sog. AR-Brille (Augmented Reality) ist dann schon die Weiterentwicklung, sie vermischt Echtes und Virtuelles noch überzeugender (an den versehentlichen Todesfällen – was, der ist ECHT tot? – werden wir es merken).
Am FB-Hauptquartier in Silicon Valley wurde der Like-Daumen diese Woche schon gegen die gebogene Schleife, das Meta-Logo, ausgetauscht. Das Börsenkürzel der Aktie heißt MVRS – läuft!
Für uns europ. Nutzer ändert sich erstmal nichts, weil hier die irische Tochter Facebook zuständig bleibt. Nach dem Umbau des Mutterkonzerns Meta kann dann der Verkauf der VR-Brillen anrollen. Eine Milliarde Nutzer erhofft sich Zuckerberg bis 2030 und hunderte Millionen Dollar Umsatz.
Interessant: Nicht alle teilen seine Ideen. Das Abtauchen in künstliche Welten sei der falsche Weg, warnt der Chef des „Pokémon Go“-Entwicklers Niantic, John Hanke. Stattdessen müsse es darum gehen, die Realität digital zu verbessern. „Die echte Welt wird gewinnen“, kommentierte er Zuckerbergs Ankündigung. „Weil sie relevanter für uns ist.“
Die relevantere Welt muss sich JETZT schon schützen: vor dem globalen Überwachungspotenzial der finanzkräftigen / autoritären Propagandamaschine Meta – möglichst bevor die eine Milliarde Nutzer*innen wie die Fliegen am Honig an ihren hohlen Verheißungen kleben bleiben.