Mittwoch, Werne. Käseschnittchen in Kleinstwürfeln, Orangensaft, Thüringer Eierlikör aus der Schnabeltasse – schmeckt Dir das? Nein! -, ein winziges Stück Gurke, das nicht mehr runter geht. Gedankenfetzen: Tante Käthe, Breslau, der Bruder in der Kadettenanstalt, Apfelgelee.
Was soll ich anziehen? Plötzlich diese klare Frage. Ich: Einen Rock? Sie: Ja!, wo hängt der? Ihre mageren Arme auf der Bettdecke, die papierdünne Haut voller blauer Flecke, da wo die Pflegerinnen jeden Abend zupacken (müssen), um sie umzubetten. Mitleid und Entsetzen mischen sich mit dem bisher nur gedanklichen Vorsatz, es selbst einmal anders zu machen. Draußen plätschert der Brunnen, das höre nur ich. Die Stunden zerrinnen im Abenddämmer. Lebensdämmerung, ewig noch – ewig. Käseschnittchen, Einschlafen und Aufwachen wie eins, Gedankenfetzen, Tante Käthe, Kadettenanstalt, Apfelgelee.