Der Stiftungsrat des Deutschen Buchhandels hat entschieden: Der Friedenspreis 2022 geht an Serhij Zhadan.
„Brennt in der Hölle, ihr Schweine!“, lässt der ukrainische Schriftsteller und Musiker seinem ausgemachten Völkerhass auf alles, was russisch ist, freien Lauf.
Indem die Wochenzeitung Die Zeit diese Entscheidung als „mutig“ bezeichnet, outet sie sich selbst als desorientierte Sprecherin eines desorientierten Zeitgeistes. Ein Autor, egal welcher Nation, sollte in der Lage sein, zwischen Bevölkerung und einem durchgedrehten Präsidenten zu differenzieren.
Und nicht das hier:
„Tolstoi und Dostojewski haben eine vernichtende Niederlage erlitten. Ebenso wie das russische Ballett, die russische Avantgarde (die sowieso zum Großteil gar nicht russisch, sondern unsere ukrainische ist) und damit auch das russische Eishockey, der russische Fußball (damit war’s ja auch vor dem Krieg nicht weit her).“ Und: „Allenfalls wird in 60 Jahren ein künftiger Tarantino einen Spielfilm über euch drehen. Aber auch in diesem Film werdet ihr Arschlöcher sein. Und zwar ruhmlose.“
Oder das hier: „Im Schein der Kerzen sieht es so aus, als seien die Kämpfer aus den alten Ikonen herausgetreten. Ein seltsames und schmerzhaftes Gefühl für die Geschichte, die eben jetzt stattfindet, vor deren Hintergrund eine neue ukrainische Armee entsteht, eine neue Generation von Ukrainern, schließlich auch ein neues Land.“
Und weiter gehts mit hemmungslosem Patriotismus und Nationalkitsch:
„Wenn das Tantchen an der Bahnhofskasse, das einer Rentneroma eine Fahrkarte verkauft, oder der Mann auf dem Markt, der Beile für die Panzerfahrer schärft, oder die Frau im Militärgeschäft, die für die Kämpfer Balaclavas aussucht, in einem absolut natürlichen (wenn auch nicht absolut reinen) Ukrainisch sprechen – dann ist das vor allem ein Marker, dass man dazugehört, für die Ukraine ist.“
Oh mein Gott!!!
Ein Buchhandelsverband, der sich von Hate Speech und Blüten treibendem – schlichtweg in Rassismus gipfelndem – Nationalismus NICHT distanziert, sondern selbige mit Preisen belohnt?
Es geht um Literatur! Die Frage ist nicht, ob sich jemand hasserfüllt auskotzen darf – das darf jede und jeder – sondern ob das Ergebnis der Kotzerei literaturwürdig ist, noch dazu in einer ohnehin total aufgeheizten Stimmungslage …
Persönliches Fazit: Taktische Lobhudelei auf einen nationalistischen Schreihals – mega mieses Signal an die Wenigen, die überhaupt noch Bücher lesen. Einfach grässlich!