S.i.n.n.

Mittwoch, B.N. Einer von diesen sinnlosen Tagen, wie es sie seit Corona ungezählt gibt. Am frühen Morgen gibt H. mir ihre Weltsicht zum Besten. Da ist alles dabei, Verschwörungen, Ehebruch, das Blut von kleinen Kindern zur Verjüngung von reichen Amerikaner*innen (zum Glück sagt sie nicht von reichen Juden), die Ermordung ihres Schwiegersohns vor zwei Jahren … Die nächsten sechs Stunden verbringe ich am Telefon. Mutter muss da raus, seit die Einrichtung von Alloheim übernommen wurde. Alloheim ist der Konzern, der sich gerade Haus um Haus einverleibt, um sie innerhalb kürzester Zeit in der Kostendruckspirale zu verwursten und als leere Hülle wieder auszuscheißen. Wer seine Angehörigen nur halbwegs liebt, bringt sie nicht bei Alloheim unter, schreibt jemand bei Google-Bewertungen. H. klappt unter einem Hexenschuss zusammen, es muss tierisch schmerzhaft sein, ich hatte sowas noch nie, ich bringe sie zu ihrem Auto und frage mich, ob sie simuliert, tut sie aber bestimmt nicht. Korrekturen, weitere Telefonate und unerfreuliche Mails vom „Amt“. Am Abend kommt PM völlig erledigt nach Hause, die Covid-Infizierung einer Mitarbeiterin hat den kompletten Tagesablauf durcheinandergebracht, trotz Impfung, das will mir nicht in den Kopf, dass sich so wenig ändert, nur abgemildert wird der Krankheitsverlauf durch das Mittel, alles andere bleibt, es wird nie aufhören, das kommt mir gerade so sinnlos vor.