Scham

Sonntag. Was für eine Schande, die hasserfüllten Anti-Israel-Demos heute in mehreren deutschen Städten. Ich schäme mich vor unseren jüdischen Mitbürger*innen. Es ekelt mich an, in was für einem ohnmächtigen Staat ich lebe. Brennende Israel-Flaggen, Anschläge gegen israelische Reporter*innen, antisemitische Hetze und gewalttätige Ausschreitungen in den Straßen – alles ganz legal! 93 verletzte Polizisten allein in Neu-Kölln sind das Ergebnis einer schon vor Jahren aus dem Ruder gelaufenen „Integrationspolitik“ (ich bin im Ruhrpott aufgewachsen …).

Gestern mit PM bei Isa zu Besuch. So traurig seit G.’s Tod vor nunmehr zwei Jahren. Jetzt ist PM schon wieder abgereist. An Pfingsten kommen Steve und Gisela nach B.N. Die Impfungen zeigen Wirkung: 1,5 Mio. Dosen allein am Freitag, der Inzidenzwert / die 7-Tage-Inzidenz liegt bundesweit aktuell bei 83,1. Endlich darf man sich wieder mit mehreren Leuten treffen, das Leben scheint sich ganz langsam zu renormalisieren. Seit Freitag sind alle Geschäfte geöffnet, mit einem Schnelltest kann man durch die Läden bummeln und einkaufen (wozu weder ich noch PM Lust haben).

Großen Gemüseeintopf auf Vorrat gekocht, wenn die Kölner in einer Woche kommen. Demnächst soll auch die Außengastronomie wieder öffnen … nach neun Monaten Gastro-Shutdown! Vorhin mit PM einen Spaziergang gemacht und Gabriel im neuen Meze besucht … das natürlich Corona-bedingt noch geschlossen hat … wir wünschen ihm viel Glück!

Der sich gesellschaftlich manifestierende Antisemitismus bedrückt mich sehr. Wabert er doch nicht nur durch die propalästinensischen arabischen Communities, sondern auch durch viele Köpfe der Grünen, der Linken, der Rechten sowieso und mit Sicherheit auch durch so manches konservative Hirn. Warum eigentlich? Links sein hieß für mich immer: Nie wieder Auschwitz! Zu den heutigen Vorfällen gab es nur wenig Worte der Solidarität, dafür allenthalben „Entsetzen“ – als sei die antiisraelische Propaganda ein überraschendes Phänomen …

Weggucken, wegducken, wie lange kommt man damit durch? Kanzlerkandidatin Baerbock labert über andere Themen, muss sich wohl erst darin schlau machen, was sie als Teil ihrer Denkfabrik zu Israel sagen darf?