Entschleunigung

Sonntag. Aus dem Frühstück wird dann ein sechsstündiger Quasselmarathon. Meine zwei Mitbewohnerinnen, die ich Sediq und Lisa nenne, haben nicht nur Geschichten auf Lager, sie haben auch was zu sagen. Sie sprechen supergut Englisch, vor allem Lisa, und helfen mir auf sehr liebenswürdige Weise vokabelmäßig auf die Sprünge. Gegen Nachmittag überlegen wir, ob wir jetzt nahtlos zum Abendessen übergehen oder vielleicht doch noch was machen sollten. Wir entscheiden uns für Letzteres, haben auch wirklich keinen Hunger mehr und strecken die eingeschlafenen Glieder, bevor wir uns jede in ihr Zimmer verkrümelt. Ich schreibe mit einer Hand, was sehr langsam geht, und bin glücklich. Wenn auch im Schneckentempo, es geht voran mit dem Manuskript.