Sprachrohr

Dienstag. Der Spiegel ist ein Mainstream-Sprachrohr.
Wäre doch der Essay über Komiker in der Politik (Die Clowns und die Priester v. Dirk Kurbjuweit, Heft 27, 29. Juni 2019) eigentlich richtig gut, aber dann das:
„Annegret Kramp-Karrenbauer zum Beispiel handelte sich gewaltigen Ärger ein, als sie zu Karneval ein Witzchen über Transgender-Toiletten machte. Bis heute gilt das als Beleg, dass sie sich vom liberalen Kurs Angela Merkels verabschieden will.“
What???
Kramp-Karrenbauers „Witzchen“ über Transgender-Toiletten hat Leute aufgeregt, die auch bei Politiker*innen Sexual Correctness einfordern. Das mag für andere schräg sein, hat jedoch gar nichts damit zu tun, es als Gegenstück zu Merkels unglaublicher Liberalität ins Spiel zu bringen bzw. zu werten. Oder ist mir da was entgangen – Merkel als Vorkämpferin in Sachen Transgender?
Darauf kommt wirklich nur der Spiegel. Schade, was aus dem einstigen Investigativblatt geworden ist.