Lieblingsbücher

Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin ist nicht nur ein abgefahrener Titel, sondern auch der ziemlich durchgeknallte neue Roman von Thomas Meyer. Im Wechsel mit Banana Yoshimotos Roman Federkleid gibt das eine gute Mischung von Verrücktheit und Melancholie.
Von Yoshimoto habe ich jetzt alles, was es auf dem deutschsprachigen Markt gibt. Ich liebe ihre Bücher. Sie sind sich alle ziemlich ähnlich. Yoshimoto lässt Bilder entstehen, die in meinem Kopf weiterwachsen. Manchmal denke ich, dass ich sie als Film gesehen habe. Ich sehe die japanische Stadt am Fluss, ich sehe das Zimmer im Schuppen hinter dem Café, als sei ich selbst dort gewesen. Ihre Heldinnen sind ein bisschen einsam, ein bisschen verschroben, ein bisschen grenzgängerisch. Sie schlafen zu wenig und streifen nachts herum. Der Tod spielt oft eine Rolle, er ist ins Leben eingewoben. Die Nächte glitzern und funkeln in ihrer unendlichen Tiefe. Liebende gehen zusammen in den Supermarkt, kochen Nudelsuppe oder Curryreis und bringen sich zum Weinen. Manchmal begegnen sie sich auch im Traum. Zuletzt weiß die Heldin, dass sie aus eigener Kraft vorwärts gehen muss, um ihre Zuversicht wiederzufinden.