Freitag. Ich merke, dass dieser Krieg viel zu viel Raum einnimmt in meinem Schreiben und Denken.
Die Sorge um meine Kinder, die noch viele, viele Jahre unter den Folgen leiden werden, raubt mir den Schlaf. Die Sorge um unsere Umwelt raubt mir den Schlaf. Klimapolitisch waren wir einmal auf einem guten Weg, jetzt sind die Ziele wieder zweitrangig geworden. Und wohl auch gar nicht mehr finanzierbar. Wie kann denn die Gesundheit unseres Planeten, unseres Lebensraums, zweitrangig werden? Müsste sie nicht das Hauptziel bleiben?
Wieso findet Krieg in unserer technikbasierten, durchdigitalisierten Welt überhaupt noch Mann gegen Mann statt? Internationale Konflikte im 3. Jahrtausend hätte ich mir eher, wenn überhaupt, so fantasiert, dass verfeindete Nationen ihre Volkswirtschaften gegenseitig durch Computerviren lahmlegen und kriegsrelevante Headquarters mit Drohnen zerstören. Statt dessen absurde Materialschlachten und tragische, unvorstellbare Zahlen von Gefallenen auf beiden Seiten.
Alles läuft absehbar falsch.
Jeder Tote ist einer zu viel, egal auf welcher Seite. Wann hört dieses Sterben endlich auf?