Sieben Jahre

Sonntag, B.N. Schockierende Bilder von Julian Assange nach sieben Jahren freiwilligem Hausarrest in der ecuadorianischen Botschaft in London werden getoppt von noch schockierenderer Berichterstattung über ihn. SPON z.B. tratscht das Getratsche der spanischen Sicherheitsleute weiter, die während der gesamten Zeit für Assanges Unversehrtheit zuständig waren. Jetzt, wo das Asyl beendet und Assange von der britischen Polizei festgenommen und abgeführt ist und die Spanier nach Hause gehen und ihr ungeprüftes, seltsam indiskretes, irrelevantes Geplapper in die Welt hinausposaunen können, stürzen sich die Medien darauf, um total investigativ sämtliche Schandtaten des Whistleblowers aufzudecken:
Assange sei bei den Botschaftsangestellten nicht wirklich beliebt gewesen. In einem kleinen Raum habe er mehrfach auf einer Herdplatte Essen gekocht. Im Flur der Botschaft sei er Skateboard gefahren und habe mit einem Ball gespielt. Tagsüber sei er manchmal in Unterhose herumgelaufen und überhaupt sei er spät ins Bett gegangen und spät aufgestanden. Zu allem Überfluss habe er auch noch Besuche erhalten: Von Yoko Ono samt Sohn, von Lady Gaga und Vivienne Westwood! Da haben wir’s, was für ein Perversling! Es gab mal Zeiten, da hat der Spiegel sich mit Assanges Wikileads-Enthüllungen profiliert. Nun fällt er ihm auf billigstem Klatschniveau in den Rücken. Das ist wirklich schäbig. Oder stimmen Spiegel u.a. schon mal auf Assanges Ausweisung und die Anklage in den USA ein?