Währungen

Freitag, B.N. China will die erste große Volkswirtschaft mit einer eigenen digitalen Währung sein. 200.000 ausgelosten Personen wurden 200 digitale Yuan, was umgerechnet 25 € sind, auf ihre Smartphones geschickt – und wer sagt zu einem Geldgeschenk schon Nein? Bereits bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking soll das virtuelle Geld auf dem Markt einsetzbar sein.
Da der digitale Yuan staatlich reguliert ist, lässt sich jede einzelne Transaktion in Echtzeit verfolgen. Dem Kontrollblick auch in die kleinsten Fächer der Portemonnaies der Bürger*innen steht damit nichts mehr im Weg. Fragt sich, wann der IWF nachzieht. Die digitale Währung ist ein Schreckgespenst und keine Zukunftsvision, die Lust auf Teilhabe macht.
Ich setze für die gar nicht mehr so ferne, postcoranale Zukunft auf Business to Business. Von jungen Leuten längst praktiziert -s. Foodsharing -, bewährt sich das Geschäftsmodell schon seit den späten Neunzigern in Form von Nachbarschaftshilfe oder Zeittauschsystemen etwa in der Altenpflege.
B2B-Währungen, egal ob in analogen oder virtuellen Tauschringen verwaltet, haben gleichzeitig etwas Archaisches und Visionäres: sie lockern die Abhängigkeit von Banken, sie verbinden wirtschaftliche mit gesellschaftlichen Interessen, ohne letztere komplett zu dominieren. Sie lassen den überhitzen Steigerungswahn – inklusive der ungehemmten Steigerung von Kontrolle – links liegen, auf den auch ohne Corona viele Menschen schon lange lange lange keinen Bock mehr hatten.