Doch

Mittwoch. Kommt der Regen nun, oder wie? Ist das schwarze Wolkengebräu nur heiße Luft? Donnergrollen seit einer Stunde, Windböen zerzausen die Baumwipfel und treiben einen Müllsack vor sich her. Dann endlich, endlich klatschen die ersten Tropfen auf die staubtrockenen Terrassenfliesen. Ein Mann auf dem Balkon gegenüber hebt die Arme. Und er verneigt sich tief vor dem Regen. Das ist unglaublich berührend, zum Heulen schön.
Als ich wenig später aufschaue, ist der Himmel blutrot. Zeigt sein undurchschaubares Wesen, seine chaotische Spontanität, seine Unerreichbarkeit, seinen unverwüstlichen Optimismus. Ich fühle mich plötzlich geborgen wie ein kleiner Vogel, der aus seinem Nest schaut.