Montag, Eisenach. A. aus Tübingen ist für zwei Tage in Eisenach. Wir quatschen und essen gut, die Kneipen haben bis Mitternacht geöffnet, das sind wir von Tübingen nicht gewöhnt. Bis wir alles aufgearbeitet haben, was uns in unserer Vergangenheit umgetrieben hat: viele Berührungspunkte, ihre Vorgesetzten waren z.T. auch meine Vorgesetzten und besonders die Vorgesetzten aus den Behörden, da sind wir uns einig, haben wir nie als ernstzunehmende Menschen auf Augenhöhe wahrgenommen. Sondern als diejenigen, die an der Basis gescheitert sind und nach oben abgeschoben wurden, wo sie ihre Ticks ausleben konnten (Knoten in die Krawatte, um sich zu erinnern, Oberkirchenrat B.), wo sie andere unbemerkt schikanierten, um sich „Größe“ anzueignen (Oberkirchenrat B., Dekan K.), wo sie uns mit dem Standing von Gartenzwergen und Gartenzwerginnen konfrontierten (alle vorherigen und Dekanin K…).
Wir hätten sie gerne geachtet, aber es ging nicht. Wo sind sie heute? Erstaunlicherweise mehrere von ihnen in der Psychiatrie, na gut, da haben wir ein bisschen Mitleid, aber irgendwie auch nicht. In Altersdemenz und der Familie ausgeliefert, da leidet A. mit, weil sie … ach, Schneevongestern. Wir haben viel erlebt, und wir stehen gut da. Wir sind bei uns geblieben. Wir haben Pläne und die Power sie umzusetzen.