Sonntag, Eisenach. Der Spiegel bringt es mit seinem Artikel über genmanipulierte Lebensmittel mal wieder auf den Punkt: Wie schon der Titel Spiel mit der Angst vor Gentechnik, Heft 26/2023, den Tenor unzweideutig eindeutig vorgibt, geht es um manipulative Meinungsmache statt um Information.
Dass die Leute es fressen, ohne aufzumucken, ist dem spätestens seit der Pandemie in voller Blüte stehenden gesellschaftlichen Konformismus zu verdanken. Bei mir führt medialer Konsum statt zum Genuss ungesund oft zum Brechreiz. Aber was ist von einem Blatt wie dem Spiegel, das sich seine Redaktionsarbeit von der Melinda & Bill Gates Stiftung finanzieren lässt, anderes zu erwarten? Gekaufte Berichterstattung im einstigen – und damals einzigartigen – Investigativ-Format, das ist wirklich, wirklich traurig.
Passt dazu: Alte Sendungen mit Harald Schmidt und Otto (!) werden auf WDR neuerdings mit Warnhinweis ausgestrahlt; der Sender möchte sich, wenn nicht distanzieren, so doch absichern: Schmidts Satire und Ottos Witzchen seien politisch unkorrekt – ja, ähm, was denn sonst?
„Weltklasse! Ein echter Schmidteinander-Gag“, kommentiert Harald Schmidt denn auch die Maßnahme des WDR in der Bild-Zeitung. „Nur schade, dass der selige Feuerstein das nicht mehr erlebt hat.“
Nick, nick. Ja, so ist das wohl.