Ach, diese Lücke …

Sonntag. Jeder kennt sie: diese Lücken, die unvermittelt aufploppen, beim Müllraustragen, beim Korrigieren, beim Schnee schippen – plötzlich bohrt sich so ein Gedanke bis in die Gedärme runter und knockt einen von einer Minute auf die andere aus, und man fragt sich, wieso ausgerechnet jetzt?

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke ist ein Film, der genau das thematisiert. Der Tod des Bruders bleibt ein Stachel im Fleische des Protagonisten, der daran verrückt zu werden droht, der ihn einen für die Familie überraschenden Move hinlegen lässt: Er will Schauspieler werden.

Der doppelte Boden im Film: Die Schauspielerfamilie Verhoeven-Berger lässt die Schauspielerfamilie Meyerhoff auf der Leinwand entstehen. Darin liegt der besondere Reiz des Films, und wenn am Ende die Schwarz-Weiß-Originalaufnahmen von Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff mit seiner Großmutter Inge Birkmann direkt parallel gesetzt werden zu dem, was kurz davor der Film-Joachim mit seiner Film-Oma Senta Berger gespielt hat, dann ist das einfach nur hinreißend.

Ach, diese Lücke … ist ein leiser Film. Nicht so komisch, wie der Trailer suggeriert. Eher melancholisch, das Thema Abschied schwingt in jeder Szene mit. Es geht ums Verarbeiten der Lücke, die der Tod hinterlässt. Eher tragikomisch, weil sogar im Abschiednehmen – ich weiß das vom Sterben meines Vaters – manches zum Totlachen ist.