Biennale

Dienstag, Venedig. Das Vaporetto fährt uns raus in die Giardini della Biennale. Es regnet, die Wellen platschen bis in die morschen Haustüren hinein. Abenteuerlich, und von einer wilden, bedrückenden Schönheit.
Zuerst habe ich Angst, dass ich mich langweile. Wenn sich „Sexuelle Obsession“ in einem Penis, der in einem roten Highheel steckt, zeigen soll, bin ich raus. Wenn an einem Stand Babypuppen in verschiedenen Hautfarben und mit verspiegelten Sonnenbrillen auf den Näschen verliehen werden, und ältere Frauen sich mit so eine Puppe im Arm entrückt lächelnd niederlassen und auf ihre Emotionen warten, dann bin ich auch raus. Bei dem singenden weiblichen Kackhaufen „La Merde“ von Aline Bouvy, der in der Kloschüssel seine große Liebe findet, fühle ich mich an meine Fünftklässler und ihre Pippikackawitze erinnert. Wer sucht wonach die KünsterInnen aus? Relevanz oder Provokation? Doch man fühlt sich nicht einmal überrascht. Geht das noch, ein in schlichte, schwarze Folie verpackter Würfel – nach Christo?

Aber es gibt auch richtig schöne Werke, und das Bummeln durch die Pavillons macht Spaß …

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Hier verschwand das Video La Merde“ von Aline Bouvy (luxemburgischen Pavillon)

Raed Yassin, Beirut: Warhol ofArabia (2016-18)