Sicher öffnen

Mittwoch. Tübingerin zu sein macht mich manchmal direkt stolz. Wir sind gerade Modellstadt für Coronalockerungen zu Beginn der 3. Welle der Pandemie geworden. Schnelltests sind die Lösung! Überall in der Stadt kann man sie durchführen, auch bei uns im „Amt“ wird regelmäßig mittwochs und freitags getestet (nun gut, Lehrer*innen sind jetzt nicht nur IT-Spezialisten, sondern auch Testfhelfer). Im Gegenzug erhalten die Getesteten das Tübinger Tagesticket, das den Einlass in Geschäfte, Museen, FitessCenter, in die Außengastronomie und zum Friseur gewährleistet. Nicht die Stadtverwaltung kontrolliert, sondern die Betriebe selbst; die Stadt setzt auf Einsicht und Eigenverantwortung. Das Infektionsgeschehen wird täglich beobachtet und ausgewertet. Danach richtet sich, ob Einrichtungen geöffnet bleiben oder wieder schließen müssen.
Wir haben einen innovativen Bürgermeister. Der streitet gerne, der experimentiert gerne, der hat gerne Erfolg. Früher mit sinkenden Emissionswerten bei gleichzeitigem Bevölkerungszuwachs. Aktuell mit vorbildlichen Inzidenzwerten.
Die Tübinger Pandemie-Beauftragte und Erfinderin der Massentest Lisa Federle ist nicht weniger innovativ. Beide sind Leute, die Probleme anpacken, anstatt sie wegzudiskutieren. In Federles Arztmobil und inzwischen an zahlreichen provisorischen Impfstationen in der Stadt testen die angelernten Helfer gegen Corona an. Positiv Getestete werden gleich aussortiert, bevor sie weitere Infektionen verursachen können. Federle: „Wir bedanken uns beim Land für die Chance, gemeinsam mit der engagierten Bürgerschaft auszutesten, wie eine Stadt sicher geöffnet werden kann. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Tübinger Weg, die Pandemie durch präventives Testen unter Kontrolle zu bringen.“
Das baden-württembergische Staatsministerium unterstützt den Modellversuch, der womöglich auf andere Regionen übertragen werden könnte. Wissenschaftlich begleitet wird er von der Uni Tübingen.