Sonntag, Eisenach. Das Feuer im Ofen, die sich allmählich wärmenden Wände, die Flaschen und Gläser auf dem wackeligen Tisch und wir auf dem alten Sofa. Als wir gegen Mitternacht die Tür öffnen, stolpern wir in eine dicke, unberührte Schneedecke. Der Schnee rieselt uns auf die Köpfe, und die Wartburgallee sieht aus wie eine Rodelbahn. Bei jedem Schritt knarscht und knarzt es unter unseren Sohlen.
PM heißt in Tovs Stasi-Akte Mao. Das finde ich sehr seltsam. Sie waren pubertäre Jungs und wurden von einem, der ihnen ständig auf den Fersen war, belauert, wie sie an ihren Mofas schraubten, sich besoffen oder Quatsch machten am Prinzenteich. Diese geballte Sinnlosigkeit – sie lachen darüber, weil die Erinnerungen aufleuchten, und weil sie wissen, wie daneben diese Berichte in ihren Schlussfolgerungen liegen.
„Wegen Trunkenheit der Obervierten wurde die Observierung abgebrochen.“ Da lachen sie besonders laut.