Anfällig

Donnerstag, Tübingen. Den weltweiten IT-Ausfall, der vergangene Woche ein kommerzielles Chaos verursacht hat, habe ich hautnah im WFM-Laden Tübingen mitgekriegt. Ich durfte nämlich nicht rein. Obwohl es schon 11 Uhr war. Bedauernd gestikulierend, vertröstete mich die Verkäuferin auf 12 Uhr, und als ich um 12 Uhr wieder davor stand, war die Tür immer noch verschlossen. Sie ließ mich dann doch rein, weil ich nur meinen defekten Smoothie-Maker gegen einen funktionierenden eintauschen wollte, und das ging auch ohne IT.
Sie tat mir leid. Stand vor der toten Kasse und konnte nichts machen. „Sämtliche WMF-Läden sind betroffen“, jammerte sie. Später erfuhren wir, dass es keineswegs nur die WMF-Läden waren, sondern alle großen Ketten, Banken, Flughäfen …
Gegen Cyberangriffe ist das digitale System nicht geschützt, bzw. die Angreifer sind immer einen Schritt voraus. Zudem gibt es nur ein paar Anbieter, die in der Lage sind, derartige Riesenprobleme zu beheben. Die Abhängigkeit von Windows, Google und Apple zementiert sich. Irgendwann werden Länderkriege von Großkonzernkriegen abgelöst. Sie werden sich die Kontinente aufteilen und durch wechselseitige Angriffe die geopolitische Balance halten. Alles schon angedacht in Orwells 1984. Big Brother lässt grüßen —