Der Schuss und Trumps ikonische Siegerfaust, Bidens dauernde Verwechslungen, Kamala Harris‘ Lachen, Bidens schräge Ausreden, Trumps gut gespielte Einsicht, die vielen Schauspieler und Geldgeber – Hauptsache, einen öffentlichen Kommentar abgesetzt – , wer liegt vorne, wer hinten, wer doch wieder vorne: Ich ignoriere das alles, es interessiert mich nicht. Während die Medien so tun, als hinge unser Leben von den anstehenden US-Wahlen ab.
Trump ist das korrupte Trampel, Biden der Altersdemente, Harris die Retterin, Biden jetzt doch wieder mehr Held als dement wegen seinem Rücktritt, Elon Musk als bekennender Trump-Fan generalverdächtig.
Mir war Musk immer verdächtig, jetzt fange ich aber an ihn heimlich zu mögen, weil die Medien mir sein Verdächtigsein dermaßen penetrant aufs Butterbrot schmieren, dass ich keine Lust mehr habe. Auf den Bildern guckt er zwielichtig mit fettigen Haarsträhnen in der Stirn, Trump reißt die runden Augen auf, Biden guckt wirr oder heldenhaft, je nach Überschrift, Harris lacht ohne Punkt und Komma. Und immer wieder, parteiübergreifend, personenübergreifend, dieser ins Off gereckte Arm samt ausgefahrenem Zeigefinger, der Finger Gottes, diese uramerikanische Siegerpose, erst in Kombination mit weißer Keramikbeißleiste und Prachtmähne zur vollen Entfaltung kommend: Harris, Biden, Trump, früher die Bushs, die Clintons, die Kennedys … Eine Pose, eine Vision: I heal the World!
Die Flut der Bilder und der Headlines, die wollen was von mir, die wollen, dass ich alles fresse, bis ich anfange zu schielen.
Nee, ich versuche geradeaus zu schauen und geradeaus zu laufen und geradeaus zu denken.
Leckt mich.