Sonntag. Der Terror-Anschlag in Sidney mit der Erschießung von mindestens 12 jüdischen Menschen am ersten Tag des Chanukka-Festes, die antisemitisch motivierten Übergriffe in Manchester, Amsterdam und vielerorts in den letzten Monaten – das alles sind keine Einzelfälle. Dahinter steckt ein tiefer Hass auf alles jüdische Leben. So etwas entsteht nicht aus dem Nichts oder fällt gar einfach vom Himmel. Nein, so etwas hat immer eine Ursache, eine Vorgeschichte und einen Beschleuniger.
Spätestens seit dem 7. Oktober 2023, seit dem von langer Hand vorbereiteten brutalsten Massaker der Hamas -Terroristen, muss für alle Menschen das Täter-Opfer-Prinzip klar sein.
Was mich persönlich am meisten schockiert, ist die Tatsache, dass große Teile der Linken, vor allem in Deutschland, sich von islamistischen Terroristen vereinnahmen lassen und damit dem islamistischen Antisemitismus in den zurückliegenden zwei Jahren eine Stimme geben und gleichzeitig Narrative normalisieren, die bisher tabu waren.
Selbstverständlich sollen Menschen auch weiterhin friedlich gegen Krieg und die amtierende israelische Regierung protestieren. Aber was nicht geht, ist die Duldung und Erzeugung von Hass, von Terror und von pogromartigen Stimmungen gegen Juden und Israelis.
Es geht um diejenigen, die laut rufen „Globalize the Intifada“, und dabei wohlwollend und mit klammheimlicher Freude zusehen, was in den Städten Australiens, Amerikas und Europas passiert.
Ich bin aber nicht nur von den schrecklichen Bildern schockiert, sondern von dem fehlenden Mitgefühl vieler PolitikerInnen, Medien- und Kulturschaffenden hier in Deutschland.
Haben wir uns gerade in Deutschland nicht auf die Fahnen geschrieben „Nie wieder“ als Folge der Shoa? Wo bleiben die Aufrufe, Petitionen, spontane Demonstrationen und Menschenketten gegen den Antisemitismus, gegen Judenfeindlichkeit und gegen den Islamismus? Wo sind die Kirchen, die NGO`s und die Beschützer der Demokratie?
Ich finde es als Deutsche nicht hinnehmbar, dass jüdische Gemeinden zutiefst verunsichert sind und sich mit dem Gedanken tragen, das Land (wieder einmal) zu verlassen, und auf der anderen Seite existiert ein antisemitischer Mob, der dazu auch noch größtenteils von Medien und Kultur unterstützt wird, indem die Grenzen des Sagbaren tagtäglich verschoben werden.
Wo ist unsere historische Verantwortung geblieben? Sind wir vielleicht, nur den inneren Feind auf der rechten Seite sehend, auf dem linken Auge blind geworden?
Die Politik muss jetzt handeln. Keine faulen Kompromisse, keine Sonntagsreden. Keine wohlfeilen Kommentare in den Leitmedien.
Unsere Verantwortung ist es, die Juden im Westen zu schützen!
Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal schreiben müsste. Es tut einfach unendlich weh. Es schmerzt, aber es muss sein.
Wegschauen ist Verrat!