Letzte Worte

Montag. Die gebratenen Tauben bitte direktemang ins Maul. Hauptsache, bequem muss es sein. Ausreden, Wegducken, Lügen, Hauptsache das Gegenteil von aufrechtem Gang. Weil, der ist auch unbequem. Sich durchlavieren statt Klartext reden: Ich weiß nicht. Was ist schon Liebe. Wer kann denn Äpfel mit Birnen vergleichen? Oder, noch allerweltsformelmäßiger: Das kommt darauf an. Ja, worauf denn, bittschön? Bis die Zeiten günstiger sind? Die Zeiten waren nie so günstig wie JETZT. Oder gibt es Prügel fürs Farbe bekennen? Droht Knast? Folter? Bestrafung für Klartext? Aber da müsste man ja kurz mal nachdenken. Statt seinen Mitmenschen – mich – mit Belanglosigkeiten anzuöden.

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Och Mensch, Alice

Mittwoch, B.N. Och Mensch, Alice, musste das jetzt auch noch sein? Erst arbeiteste mit der BILD zusammen, und jetzt outeste dich als Steuerhinterzieherin. Manno, was soll das denn? Weißte nicht mehr, waste uns mal beigebracht hast? Das Private ist politisch! Den alten Sponti-Spruch haste Dir auf die Feminismusfahne geschrieben und hast ihn zum berühmtesten Slogan der Frauenbewegung gemacht. Ich war voll davon inspiriert, verstehste das? Der Satz hat mich regelrecht angefixt – politisch, privat und auch beruflich in der schreibenden Auseinandersetzung mit mir und meiner Umwelt, wenn ich das jetzt mal so hochtrabend formulieren darf. Alles ging auf einmal jeden

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Glück

Sonntag, B.N. Glück ist, wenn man merkt, dass man jemand anderen glücklich macht. Definition stimmungsabhängig … Ein schöner Januar liegt hinter mir (als einer bekennenden Januarhasserin). Neu in meinem Aktivwortschatz: Stimmig. Sklavenfilm. Prominenter Hintern. Weichgespülte Brigade.  

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Hennessy

Mittwoch. Ulla und Tino gestern Abend zum Essen eingeladen. Sie brachten eine Flasche Hennessy mit. Wow! Wann und mit wem mache ich die auf? Giulia auch dabei. Unsere WG klappt hervorragend, muss ich sagen. Ulla isst vegan. Hatte ich auch bedacht. Dass sie außerdem keine Paprika mag, wusste ich nicht und erwies sich angesichts meines Ratatouilles – mit extra viel Paprika – als Problem. Raussammeln? Das Gemüse war sehr fein geschnitten, wie ich es liebe. Ich sagte ihr nur was von den grünen und gelben Paprika, die roten behielt ich für mich. Weshalb Ulla sie beim Rausfischen für Tomaten hielt.

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Das ist ja toll!

Dienstag. Heute, wie eigentlich jeden Morgen, als erstes Spiegel online gelesen. Erfahren, dass US-Internetunternehmen wie Google, Yahoo, Microsoft, Facebook nun ein großes Problem los sind: das Gemunkel, sie würden sich NSA und Co. gegenüber kooperativ verhalten. Ab sofort dürfen sie nämlich bekannt geben, welche Behörde (NSA, FBI) wie oft Informationsanfragen bei ihnen stellt. Das ist ja toll! Das ist also die Obama-Transparenz-Offensive: Die NSA macht ihren Schweinejob einfach weiter, aber wir wissen es! Und was bedeutet das nun für mich? Ich glaube, im Moment fehlt mir noch die Phantasie, mir die Konsequenzen in allen Details auszumalen…  

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Über das Anfertigen von Bildnissen

Sonntag. PM ist in Ashuluk / Kaschstan bei der Flugabwehr gewesen ein erstklassiger Zähnezieher ohne Vorkenntnisse ein erstklassiger Bauchchirurg mit vielen Vorkenntnissen mehrfacher Breulerdieb Verwüster von Stiefmütterchenbeeten als „politisch unzuverlässig“ klassifiziert. Hat unter den Augen der Wahlbeobachter alle auf der Wahlliste genannten Genossen sauber mit dem Lineal durchgestrichen. Besitzer einer roten, russischen Offiziersmütze mit Suffkopp in Eisenach in den falschen Zug gestiegen und versehentlich Richtung Bebra gefahren in Gerstungen in U-Haft eingesessen wissenschaftlicher Autor aus Leidenschaft ein Sonnenblumen- und Tulpenliebhaber ein besserer Mühlespieler als ich der perfekte Steak-Zubereiter einer, der im Kino  laute Kommentare ablässt und sich entschuldigt, um danach

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Briefkastentante

Liebe Juliane, (…) Vor ein paar Monaten traf ich dann im Fitnessstudio meine aktuelle „Beziehung“, alles scheint unkompliziert, schön und leidenschaftlich. Ich weiß nur nicht, wie lange ich diese Leichtigkeit noch ertrage. Verstehst Du das? Wenn die intellektuelle Ebene einfach nicht existiert? Keine inspirierenden Gespräche über Politik, Kultur, Kunst, gesellschaftliche Entwicklungen … Ich schreibe Dir ganz offen … Interesse zu antworten? Liebe Grüße Bernd   Lieber Bernd, don’t panic! Seit ich mich mit dem Thema Leidenschaft auseinander setze, wundere ich mich über nichts mehr. Du schreibst sehr offen – was mir gefällt – über Deine alte, über Deine noch ältere

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Partytime

Montag. Zutaten für eine coole Party: keine allzu homogene Gästeliste, Streit und Eintracht in kalkulierbarer Ergänzung, mehr Singles als Paare, maximal ein Superselbstdarsteller, möglichst niemanden von der Political-Correctness-Front, aber auch niemanden ausgrenzen, führt bloß zu unangenehmen Nachfragen. 1 Kanne Bowle mit in Cognac eingelegten Früchten Prosecco ausreichend Essen, kalte Platten, Kuchen, Nachtisch … Kunst und Kultur, Sketch von und mit Ch. und J., Easy listening, Cross-over Musik/Wort/Darstellung alle Zimmer öffnen, Stühle auf Terrasse und Balkon  

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