Corona Diary / Reproduktionsfaktor

Donnerstag, B.N. Meine Zuversicht, dass es am Montag wieder losgeht, kommt mir angesichts der Regierungsbeschlüsse von gestern fast schon absurd vor. Die von Merkel angekündigte Lockerung betrifft nur Geschäfte, und zwar nur die mit einer Ladenfläche unter 800 qm2. Alle anderen Einrichtungen unterliegen weiterhin dem Shutdown.
In zwei Wochen dann der nächste Schritt: Ab dem 4. Mai dürfen Friseure wieder öffnen (hey!, am 6. Mai habe ich einen Termin, direkt noch vor der Krise ergattert). Und endlich auch die Schulen – irgendwie gestaffelt mit eigens angepassten Stunden- und Raumverteilungsplänen: 1,5 Meter Abstand gilt auch hier. Eine enorme Herausforderung für die Schulleitungen! Auch in Bezug auf Hygienemaßnahmen heißt es jetzt aufrüsten: Viele Schulen haben kein warmes Wasser (sic!), Spender für Desinfektionsmittel sind die absolute Ausnahme.
Gaststätten, Kneipen, Theater, Clubs u.ä. bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Genau wie die Kirchen – als würden die Gläubigen sich sonst dort drängen! Reisen natürlich auch verboten.
Großveranstaltungen sind bis zum 31. August untersagt. Das Maskentragen bislang noch nicht Pflicht, sondern nur Empfehlung. Überhaupt ist die Maske in aller Munde. Es gibt nämlich keine mehr, deshalb kann man die Bevölkerung auch nicht dazu verpflichten. Doch viele Kleinunternehmer*innen und Textilbetriebe stehen bereits in den Startlöchern: Die Maske ist das neue It-Peace am Modehimmel.
Ergo: Der Homeoffice geht weiter. Wir müssen uns an ein Leben mit dem Virus gewöhnen, zumindest bis es einen Impfstoff gibt. Alle reden jetzt vom Reproduktionsfaktor. Der soll unter Eins fallen, logischerweise lässt sich sonst die Ausbreitung von Covid-19 nicht eindämmen. Aktuell steht er noch etwas darüber …