Sonntag, Eisenach. Schnell ist man bei den absurden Gaspreisen, beim Energieproblem, bei Habeck, bei Putin. Und bei den Montagsdemos.
Wir sind in unserem Hof, die Nachbarn kommen mit Blumen und Wein die Einfahrt hoch und heißen uns willkommen, es gibt Kaffee und Kuchen von Brüheim und wir lernen unsere nächsten Mitbewohner*innen der Straße kennen.
Ad Blue geht auch bald aus, sagt eine, dann können die LKWs nicht mehr fahren und wir haben wieder ein Lieferproblem, schlimmer als zu Coronazeiten. Trotzdem laufe ich da nicht mit, da sind Rechte dabei, sagt eine andere. Es geht doch um die Sache und nicht darum, wer mitläuft, sagt ein Dritter, und dann sagt keiner mehr was.
Dass schwierige Zeiten bevorstehen, wissen alle. 40 % höhere Energiekosten, das schaffen nur die Deutschen. Frankreich, Spanien mit ihren 4 % haben ihren eigenen Weg gefunden, ohne groß um EU-Erlaubnis zu fragen. Jeder denkt in dem Moment an Sahra Wagenknechts Rede vor dem Bundestag. Jeder hat sie gehört, aber die Kommentare bleiben aus. Das Nachbarschaftstreffen kommt gut an, es soll nicht gleich wieder gesprengt werden. Den Blick in die Zukunft fürchten wir alle, mehr muss dazu nicht gesagt werden.
Am Abend Stefans Geburtstagsparty im Kunst-Pavillon. Ich kenne inzwischen einige und fühle mich wohl.
Gleich gehts wieder nach Tübingen zurück. Wilde Zeiten sind das, ich komme nicht zur Ruhe und nicht zum Schreiben.