Donnerstag. DDR 2.0, sagt PM immer wieder und immer öfter und ist als Bürger der ehemaligen DDR darüber ziemlich frustriert.
Jetzt sagen es auch andere, z.B. die FAZ, leider hinter der Bezahlschranke versteckt.
Was war der Anlass?
Die ARD-Sendung Bericht aus Berlin hatte Bilder von Friedrich Merz in seinem Privatjet und Merz kichernderweise mit seinem Nebensitzer Thorsten Frei im Bundestag gezeigt. Das Empörende daran: Merz kichert ausgerechnet während der sehr emotionalen Anklage-Rede der Grünen Britta Haßelmann, die gerade für die Einführung des umstrittenen Bürgergeldes plädiert:
„Wie soll jemand, der in einer ganz anderen Lebenswirklichkeit lebt, und sich vielleicht überlegen muss, ob er zur Party mit dem Privatjet oder mit dem Auto oder dem Zug fliegt, wie soll so jemand sich in die Lebenswirklichkeit einer alleinerziehenden Frau versetzen?“ O-Ton Haßelmann, unterlegt mit eben diesen Merz-Bildern, um die Empörungsschraube noch ein wenig anzuziehen.
Das Problem ist nur: Merz hat gar nicht gekichert. Jedenfalls nicht während Haßelmanns Rede. Die Bilder stammen aus einer anderen Sequenz der Sitzung. Die ARD hat also mit gefaktem Fotomaterial propagandistisch „manipuliert wie in der ‚Aktuellen Kamera‘“, so der Vorwurf aus den Reihen der CDU.
Die ARD bestätigte den Fehler und bat Merz um Entschuldigung.
Kann vorkommen, wer hat denn schon gleich den ganzen öffentlich-rechtlichen Auftrag im Kopf: „Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.“
Die Zuschauer*innen fühlen sich nicht zum ersten Mal verarscht. Statt informiert. Eigentor, liebe ARD!