Für Debbie

Am 1. Juli wurde Debbie Harry alias Blondie 75 Jahre alt, und zufällig finde ich heute eine Tribute-Passage an sie: Laabs Kowalski hat sie in seinem Roman So zärtlich war das Ruhrgebiet* geschrieben:

1987 war ein ganz besonderes Jahr, denn ich bekam meinen allerersten Kuss. Mit Zunge! … Noch aber war es nicht so weit, das Jahr hatte gerade erst begonnen und rückte zunächst eine ganz andere Frau in mein Bewusstsein: Debbie Harry. Im Februar tauchte sie mit ihrer Band Blondie erstmals im Fernsehen auf, mit einer Coverversion des Songs „Denise“ von Randy & The Rainbows, und sie machte uns alle nervös: Rüdiger Leifeld, Martin Woyschewkski, mich und Ulrich Kuffel und selbst neunzigjährige Greise, Blinde und Frauen. Aber nicht etwa schmutzige Gedanken flammten auf, wenn man sie im Fernsehen oder in den Zeitschriften sah – nein, man wollte sie verehren, anbeten und sich opfern für sie.

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*Unbedingt zu empfehlen für Leute, die manchmal keinen Bock auf Hochliteratur haben, für Leute, die einen schlechten Tag haben, für Leute, denen nach einer Zeitreise ist, für Leute aus dem Ruhrpott-Miljö …