Gestern, heute, morgen

Dienstag. Die Tübinger kommen mit ihren eigenen Erfahrungen um die Ecke, sodass ich gar nicht viel lesen musste. Das war eine intensive Veranstaltung in der Begegnungsstätte Hirsch. Überhaupt ist der Hirsch eine fabelhafte Institution, nicht nur für Ältere. Das Publikum überraschend gemischt. Ein sehr offenes Publikum, zwei Männer erzählten von Todesfällen in ihren Familien, es flossen Tränen und es wurde gelacht, besonders, als ich aus dem Kapitel von Axel Nacke und dem Würstchenbudenbetreiber vom Eintracht-Braunschweig-Stadion vorlas.
Meine neue Mitbewohnerin ist eine echte Bereicherung. Sie ist Physikerin. Sie denkt mit, was sich an Kleinigkeiten bemerkbar macht, z.B. wie sie meine etwas komplizierte Krups Kaffeemaschine mit einem Blick analysiert (Wasserdampf!). Gestern zeigte ich ihr Bücher von Kader Abdolah, einem meiner Lieblingsautoren. Den kannte sie nicht, er ist ja auch schon in den Achtzigern ins Exil gegangen. Sie bat mich um einfache Kinderbücher, um damit ein bisschen Deutsch zu lernen, und ich holte ihr Bilderbücher von T. und L. aus dem Keller. Die fand sie sehr lustig und hat sie in ihr Zimmer mitgenommen.
Ich habe noch eine zweite neue Mitbewohnerin. Gestern kam sie nur kurz vorbei, sie will erst am Mittwoch richtig einziehen. Bin gespannt, ob das alles so passt…
Morgen werde ich an der Hand operiert. Die liebe Susanne holt mich nach der OP ab. Im „Amt“ alles für zwei Wochen vorausgeplant. Das müssen jetzt andere für mich machen … sehr komisches Gefühl.