Freude im Herbst

Samstagmorgen. Mieterwechsel. Den Tag der deutschen Einheit habe ich genutzt, beide Gästezimmer samt Fenster und Balkon zu putzen, zusätzliches Bettzeug aus dem Keller zu holen und die Betten zu beziehen – diesmal kommen gleich zwei. Nachdem Dario wieder nach Venezuela abgezwitschert ist, ist meine Wahl auf eine Physikerin aus dem Iran gefallen – ich arbeite mich international durch. Bin sehr gespannt auf sie. Heute Nachmittag kommt sie an. Hoffe, dass es keine ideologischen Kollisionen gibt. Das andere Zimmer bekommt eine Pharmazie-Studentin aus Mainz, die am Montag direkt vom Bahnhof in die Uni rauscht und am Nachmittag mit ihrem Rucksack einigermaßen pünktlich hier aufschlagen sollte. Danach habe ich eine Lesung in der Begegnungsstätte Hirsch – engmaschiges Timing, wie üblich …
PMs Geburtstagsbescherung gestern Abend war schön, er hat sich, glaube ich, über alles sehr gefreut. Er schläft noch, es ist friedlich und herbstlich, auf die umgedrehte Zinkwanne auf der Dachterrasse prasselt der Regen, Gott sei Dank, nach den zwei letzten Sommern freue ich mich über jeden Tropfen, der vom Himmel auf die kranken Wälder fällt.
Großes Kompliment im „Amt“: Die Reise nach Eisenach sei die schönste Klassenfahrt ihres Lebens gewesen. Das sagten die Eltern auf dem für Rückblicke und Zukünftiges vorgesehenen Abend. Sie sagten auch sonst noch allerlei Erfreuliches. WarmUmsHerz. Meine mitunter unkonventionellen Entscheidungen passen ihnen, das ist nicht selbstverständlich. Freut mich! Sehr!
Und um das Maß voll zu machen, freue ich mich jetzt auf die frischen Doppelwecken vom Bäcker nebenan … muss sie bloß noch holen … wo ist der Regenschirm? … und am besten gleich ein paar mehr für meine neue Mitbewohnerin …