Hartes Plus

Donnerstag, Tübingen. Bis auf den Stresstelefonierer, der es dauernd vom Harten Plus hat, bleibt die Fahrt ereignislos. Der Typ macht Online-Konferenz im Zug, in unregelmäßigen Abständen schaltet er sich lautstark ein: „Ich hab nichts gegen ein hartes Plus“, und später: „Also bleibts dabei – ein hartes Plus?“
Nach fünf Wochen bin ich wieder allein in meiner Wohnung, was sehr strange ist. Ich bekomme Lust zu telefonieren, aber Susanne ist nicht da, Mecki krank, Wolfgang noch im Urlaub.
Morgen ist Konferenz im „Amt“. Gefühlte hundert E-Mail-Anhänge ausdrucken. Koffer auspacken. Komische Sachen essen – was sich noch so finden lässt nach so langer Zeit.
Die letzten beiden Tage in Köln waren anstrengend. Und deprimierend. L. und B. haben sich getrennt. Wenn es nicht gut läuft, kocht die Energie über und verpufft völlig sinnfrei. Manchmal bleibt einem einfach nichts zu tun.