Impf-Ranking

Montag. Am Morgen ist PM alarmiert: Die Berliner Charité stellt den Betrieb auf Notfallprogramm um. Keine planbaren Eingriffe mehr bis zum Jahreswechsel, nur noch Tumor- und Notfall-OPs, um die Intensivbetten nicht für Coronapatienten zu blockieren.
Seit gestern geistern Berichte von einer in England nachgewiesenen Covid-19-Mutation durch die Medien. Sie soll 70 % ansteckender sein als die ursprüngliche Version und sich rasend schnell ausbreiten. Direkt heute Nacht wurde deswegen die Einreise von Flugpassagieren aus GB gestoppt und alle weiteren Flüge von der Insel untersagt. Die Frage ist jetzt, ob sich diese Corona-Variante nachteilig auf die Wirksamkeit der Impfungen auswirken könnte. Bisher heißt es noch nein, auch Drosten beruhigt …
Denn am 27. Dezember soll es in Deutschland mit den Impfungen losgehen. „Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung“, sagt EMA-Direktorin Emer Cooke angesichts der heute empfohlenen Notfallzulassung unter Pandemie-Bedingungen.
Mit den Impfungen sind hohe Erwartungen verbunden, gleichzeitig jedoch geben Ärzte und Virologen zu, dass hinsichtlich der stark verkürzten klinischen Testphasen viele Fragen offen bleiben. Das ist auch der Grund, weshalb bisher nur 64% der Bevölkerung bereit sind, sich impfen zu lassen.
Zum Ranking: Spahn hat die Bevölkerung in drei Prioritätsgruppen eingeteilt, die jede für sich nochmal differenziert werden sollen. Lehrende rangieren weit hinten in der 3. Gruppe. Ich habe also noch reichlich Zeit zu überlegen.
Indessen sind in China bereits eine Million Menschen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Die chinesische Wirtschaft läuft wieder auf Hochtouren, während wir uns in liberalistischen Endlosdiskussionen verheddern, ob Kinder Schaden daran nehmen, wenn sie sich nur mit einem Spielkamerad treffen dürfen.
Mittags nach Tübingen zurückgefahren. Der Zug ist ziemlich leer und pünktlich – einziger Pluspunkt für Corona.