Dienstag. Wenn einer so lacht und sagt, ich bin wohl eher introvertiert, und auf seine Füße starrt und sich in den Schultern dreht und wieder so nett lacht, dann weiß ich, warum ich meine Arbeit mit Jugendlichen liebe. Sie sind einfach toll. Nicht unbedingt die, die kreischen und schreien und sich von morgens bis abends bemerkbar machen – okay, die haben auch was und fangen dich ein mit ihrem Charme – , sondern die stillen, die kein Geheimnis aus sich machen, aber trotzdem eins sind. Sie sind Elfen und Prinzessinnen und Pokerfaces und Könige, aber sie wissen es nicht. Sie spielen nicht. Sie sagen krass und save und sind, wie sie sind. Sie versuchen nichts anderes vorzugaukeln. Sie sind offen wie ein Buch. Du liest darin und denkst: hoffentlich verletzt dich keiner. Natürlich werden sie verletzt, schon in der nächsten Stunde, wahrscheinlich, spätestens in der übernächsten. Das auszuhalten, das wegzustecken, nennt man erwachsen werden.