Samstag. Der Kampfmodus, in dem sich bis vor kurzem noch ganz normale Supermarktkäufer gerade befinden, macht unsere Gesellschaft – hoffentlich nur vorübergehend – zu einer wildgewordenen Horde von Preppern.
Klopapier ist das neue Statussymbol, ein Held, wer noch einen Packen erwischt hat. Im Keller aufgestapelte Paletten von Bohnendosen scheinen den Besitzer unverwundbar zu machen. Rette sich wer kann, und der Bohnendosenbesitzer kann! Roh rammt er sich mit seinem vollgepackten Einkaufswagen den Weg zur Kasse frei. Wir befinden uns mitten in der Corona-Apokalypse – was jetzt zählt, sind ausgefahrene Ellenbogen und sonst nichts!
Die Medien heizen die Stimmung mit Schreckensmeldungen im Minutentakt ein, und Gedrucktes lügt doch wohl nicht und außerdem ist es so schön gruselig, einer echten Katastrophe ins Auge zu sehen.
Gewinner gibt es auch schon: etwa die Produzenten und Händler von Atemmasken, indem sie die Angst und Ahnungslosigkeit der Leute ausnutzen darüber, dass ebendiese Maßnahme absolut nichts bringt. So what, jeder ist sich selbst der Nächste.
Dabei wären gerade in Notzeiten – ähm ja! – Verzicht, Altruismus und Nächstenliebe – okay, das Wort ist etwas old school – die einzigen wirksamen Gegenmittel. Blöd, dass sie so unangesagt sind …