Langweilig

Mittwoch. Das langweiligste Buch ever ist August von Peter Richter (Hanser, 2021). Woher die vielen positiven Kritiken kommen, keine Ahnung. Einzige Erklärung: keine(r) der Verfasser*innen ist über Seite 5 rausgekommen. Schlimmster Fehler ever: Langweilig über Langeweiler zu schreiben – und damit zum Inhalt:
Zwei reiche Paare langweilen sich beim „sommern“ – der einzig originelle Einfall auf insgesamt 251 Seiten und alle Kritiker erwähnen ihn, ach ja, er kommt auf Seite 5 – in den Hamptons auf Long Island. Die kleine Gesellschaft wird aufgemischt von einem durchtriebenen Achtsamkeits-Guru und einem geilen Kindermädchen. Die Unterhaltungen drehen sich um fette Autos versus Globuli. Am Ende sind die Paare gar nicht mehr so reich, aber ganz am Ende werden sie es doch wieder, der Guru ersäuft im Pool und das Kindermädchen war nur für einen One-Night-Stand zu haben. Sorry für den Spoiler.
Die vier sollen für die westliche Gesellschaft metaphern, ja. Ich empfehle das Buch als chemiefreies Hypnotikum. Nach spätestens eineinhalb Seiten rutscht es dir aus der Hand, und ehe du dich’s versiehst, schlummerst du in Morpheus‘ Armen.
Wer von reichen, unzufriedenen, im Paralleluniversum nach Sinn suchenden Upper-Class-Leuten lesen mag, dem sei dringend die rasante Crazy-Rich-Trilogie von Kevin Kwan empfohlen. Lesegewinn: origineller, informativer, unterhaltsamer!