Samstag. Beim Einschlafen lese ich Das Trio von der unglaublich guten schwedischen Autorin Johanna Hedman. Auf der Terrasse liegt Barbara Noacks „Eine Handvoll Glück“, in Tübingens Straßen ausgesetzter Schmöker im Siebzigerjahre-Look. Und im Wohnzimmer erwartet mich Sally Rooney’s brandneues, seitenstarkes Werk Intermezzo, wenn ich mich abends am liebsten mit einem Kissen unterm Arm auf den Teppich lege.
Ich schreibe viel und lese viel. In Thüringen sind gerade die erstaunlich langen Herbstferien, und ich habe unterrichtsfrei. Offensichtlich richte ich mich im Eskapismus ein. Anders sind Selenskis Forderungen nach immer neuen Waffensystemen („… dasselbe, was Israel bekommt!“), dem Rausschmiss von Lang und Nouripour durch den grünen Obermufti und Heizungsgesetzimperator Habeck, dem Vierfrontenkrieg Israels und nicht zuletzt der Melancholie, die stets schwer über Eisenach hängt, nicht beizukommen.
Zum Glück ist PM gut drauf. Die Hütte steht, der Kamin hat dank mehrerer kranker, gefällter und inzwischen zerkleinerter Bäume genug zu fressen, eine Solaranlage ist in Planung. Auch um meine Pläne ist es gut bestellt, ich habe keinen Grund zum Jammern. Ein Ticket für die Buchmesse wurde mir freundlicherweise zugeschickt, nächste Woche besucht uns mein Bruder und bleibt bis zu PM Geburtstagsparty (Speiseplan und Einkaufsliste in Arbeit), und heute kommen nach langer Zeit mal wieder J. und A. vorbei.
Alles in Butter, also.