Samstag. Nach über zwei Jahren belegt eine von amerikanischen Geheimdiensten veröffentlichte Untersuchung jetzt wasserdicht: kein anderer als der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Ermordung des saudischen, im US-Exil lebenden Journalisten Khashoggi in Auftrag gegeben. Woran doch sowieso eigentlich niemand gezweifelt hat, das veranlasst Neu-US-Präsident Biden dazu, 76 saudischen Regierungsmitgliedern die Einreise in die USA zu verweigern – mit Ausnahme des Mörderprinzen selbst! Dazu sind die US-Waffengeschäfte mit Saudi Arabien wohl doch zu lukrativ, und Bidens angekündigter Paradigmenwechsel im Verhältnis zu Saudi-Arabien erweist sich als enttäuschend schlaff.
Das widerwärtige Verbrechen hat vor zwei Jahren die ganze Welt erschüttert. Die Hoffnung, dass die Nationen sich auf eine sehr schlichte Basismoral einigen können – kein Handel mit Mördern – erweist sich als scheinbar naiv.