Donnerstag. „Angenommen, Jack würde auf destruktive Weise gescannt und die gewonnenen Informationen auf dem neuen Jack installiert. Jack wird also gewissermaßen in ein neues Gehirn und einen neuen Körper transferiert. So gesehen, wäre er dann also nicht vernichtet, sondern in eine geeignetere leibliche Hülle überführt worden. Aber wäre dies nicht dasselbe, als wenn man Jack zunächst auf nichtinvasive Weise abtasten, nach und nach in die neue Hülle überführen und den biologischen alten Jack dann vernichten würde? Im Ergebnis – wo liegt hier der Unterschied? Jacks Überführung in einen neuen Körper läuft in beiden Fällen darauf hinaus, dass der alte Jack dabei umkommt, bzw. Selbstmord begehen muss, und dass der neue Jack nicht dieselbe Person ist.“
Soweit Raymond Kurzweil, Chefingenieur bei Google, in: Die Intelligenz der Evolution, S. 96.
Wer hier denkt, er liest nicht richtig oder das sei nicht so gemeint oder werde ganz bestimmt nicht passieren, weil davor die internationalen Ethik-Kommissionen stehen, der macht sich was vor! So wie die Rezipienten der angekündigten Vernichtung der jüdischen Bevölkerung sich etwas vormachten, indem sie Hitlers Mordpläne nicht wörtlich nahmen – um ihren inneren Handlungsappell zu übertönen.
Kurzweil ist Leiter der technischen Entwicklung bei Google LLC (gehört zu Alphabet). 2008 gründete er die Singularity University, das ideologische Hauptquartier der transhumanistischen Bewegung. Finanziert wird die Einrichtung von Google, Nokia, LinkedIn u. a. Nutznießern, die NASA stellte dafür ihren Campus im Silicon Valley zur Verfügung. D.h., der Standort der Kurzweil-eigenen Universität befindet sich im Silicon Valley symbolträchtig direkt zwischen Google und NASA. Das spiegelt wider, wo die Bewegung sich gesellschaftlich verortet. Bei der Singularity University handelt es sich denn auch weniger um eine Universität als vielmehr um ein US-amerikanisches Unternehmen zur Förderung der Künstlichen Intelligenz, der Robotik, der autonomen Fahrzeuge und der Biotechnologie.
Kurzweil macht kein Geheimnis um das, was die – ausschließlich männlichen – Big-Player des Transhumanismus vorhaben. Mit großen Schritten geht es voran. In jeder Tageszeitung war heute zu lesen: Mark Zuckerberg plant in Europa den Netzriesen Metaverse. Vorgeblich lockt er mit 10.000 Arbeitsplätzen, weshalb er genügend EU-Unterstützer finden wird, die seine Zielrichtung für innovativ halten.
Metaverse ist eine Welt, in der die physikalische Realität mit erweiterter Realität (augmented reality) und virtueller Realität in einer Cyberwelt verschmelzen.
Wie so oft stammt der Name Metaverse aus der SciFi-Literatur, deren Ideen die Transhumanisten vollkommen kritik- und ironiefrei als kreative Inputs nehmen.
Metaverse ist die nächste Generation des Internets: Die Aufhebung der Trennung von Realität und Virtualität.
Wollen wir das? Erst vor wenigen Tagen hat die Whistleblowerin Frances Haugen mit ihren Veröffentlichungen Facebook die Maske vom Gesicht gerissen: Die Nutzung der Netzwerke kann krank machen! Die Betreiber sind nicht so dumm das nicht zu wissen. Wer immer noch glaubt, Zuckerberg & Co wollen mit ihrem Geld Gutes tun, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.